Im Jahre 1760 stellte Johann Peter Migendt eine pedallose, einmanualige Orgel für die Dorfkirche in Ringenwalde fertig, die in einigen Details gestalterische Verwandtschaft mit der großen Wagner-Orgel in der Marienkirche zu Angermünde hat. In erst vor wenigen Jahrzehnten gefundenen Dokumenten lesen wir in dem am 25. Oktober 1760 verfaßten Abnahmeprotokoll des damaligen Joachimsthaler Organisten Christian Gottfried Böttcher: „…Also wird Herr Orgelbauer Peter Migandt hiermit zur … Wahrheit attestieret: Das er dieses Orgelwerk nicht nur contractmäßig nach guter Bauart und allem, was dem anhängig, angefertiget, sondern auch in allen Stimmen in einer nötigen Force und reinen Harmonie gesetzet, so das überhaupt dieses Werk vollkommen gut und tüchtig von ihm zum Ruhme verfertiget und kein Fehler daran befunden worden.“
Dem Besucher der Kirche fallen zunächst besonders die zwei Putten beiderseits der Wappenkartusche derer von Ahlimb auf dem Rückpositiv auf. Die Schnitzfiguren halten Posaunen in den Händen und haben bewegliche Arme. Über einen Seilzug kann der Organist die Putten “beleben”; ähnlich wie die trommelnden Engel an der Orgel in der Marienkirche zu Angermünde. Der Prospekt – die künstlerisch gestaltete Ansichtsseite der Orgel – ist mit Schnitzarbeit versehen und lässt die ursprünglich barocke Orgel erkennen (nur Manual mit acht Registern mit z. T. doppelten Registerzügen). Im Jahre 1891 wurde der Kirchturm abgetragen und neu errichtet. Damals stellte der Neuruppiner Orgelbauer Hollenbach die Keilbälge wieder auf. Im gleichen Jahr setzt Wilhelm Steffen aus Gerswalde das Instrument instand und nur zwei Jahre später baut er es gravierend um, so erfolgte der Einbau eines angehängten Pedals mit 18 Tönen. Es gab Probleme mit der Windversorgung und dem Stimmen der Pfeifen.
1913 entschloß man sich zum erneuten Umbau. Außerdem glaubte man, die barocke Orgel könnte moderner Spieltechnik und dem aktuellen Musikgeschmack nicht mehr genügen. Die Eberswalder Orgelbaufirma Albert Kienscherf wurde mit den Umbauten beauftragt, die aus heutiger Sicht zu bedauern sind. Zum Glück blieben aber ein großer Teil des originalen Pfeifenwerkes, das alte Gehäuse mit der Wappenkartusche und den Putten als Bekrönung sowie die Balganlage von 1760 von dem Eingriff verschont.
Kienscherf baute eine pneumatische Traktur ein, erweiterte die Disposition auf zwei Manuale und Pedal mit 15 klingenden Registern und veränderte Teile des Gehäuses. Er zerstörte aber nicht die grundlegende Konzeption des Werkes, so dass die Restaurierung und Teilrekonstruktion möglich bleiben und erstrebenswert sind.