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Orgeln in der Uckermark

Jedem an alten Kirchen und Orgeln interessierten Menschen sind die regionalen und baulich-klanglich so typischen Orgellandschaften ein Begriff. Spricht man von Sachsen, so fallen unweigerlich die Namen Gottfried Silbermann und Zacharias. Sachsen-Anhalt kann sich seines Friedrich Ladegast rühmen, die Thüringer ihres Orgelbaumeister Tobias Gottfried Heinrich Trost. Spricht man allerdings von der Orgellandschaft Brandenburg, herrscht betretenes Schweigen. Erst seit zwei Jahrzehnten kommt  langsam Licht ins Forschungsdunkel.

Dabei hatte sich auch in der Mark Brandenburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine eigene Orgelschule entwickelt. Ihr “Stern” war Joachim Wagner, der als Silbermannschüler 1719 nach Berlin kam und mit der Orgel der Berliner Marienkirche die Keimzelle des märkischen Orgelbaus schuf. Im Landkreis Uckermark befindet sich noch eine beträchtliche Zahl von Orgeln des 18. Jh. aus der Werkstatt Wagners und seiner Gesellen. Die bedeutendste von ihnen ist die Wagner-Orgel aus den Jahren 1742-1744 in der Angermünder Marienkirche. Dank vorbildlicher Restaurierungs- und Reparaturarbeiten ist sie auch heute noch konzertfähig und der Mittelpunkt der traditionellen Angermünder Sommerkonzerte. Weniger gut geht es den kleineren Orgeln, an denen vielerorts wenig bis gar nichts getan worden war. Diese “Armut” ist heute unser “Reichtum”, denn so blieb ein bedeutender Teil der Originalsubstanz erhalten.

Wie für Wagner typisch, befinden sich ähnlich einer Pilzkultur meist kleinere Instrumente im Umkreis einer größeren. so in der Dorfkirche zu Felchow (1745), in Flemsdorf (1745), in Sternhagen (1736) – eine Umsetzung des 19. Jh. aus Gramzow – und erst vor drei Jahren konnte eine weitere Wagner-Orgel in Wartin an der Randow verifiziert werden. Wagner-Schüler wie Ernst Julius Marx ( Orgel in Falkenhagen, 1770) und eben Johann Peter Migendt  (Orgel in Ringenwalde, 1760), haben ebenso den Orgelklang der Uckermark mitgeprägt.

Nein, man muß kein Musikwissenschaftler sein, um den ganzen Reichtum der uckermärkischen Orgeln zu erkennen. Man muß einfach nur mit dem Herzen hören und dann handeln. So könnte es gelingen, die Orgeln in der Uckermark wieder zu dem zu machen, was sie sein sollten: klingende Visitenkarten der Orgellandschaft Uckermark und damit Kulturbotschafter einer einzigartigen Brandenburger Region.

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