Der Gutsbezirk Ringenwalde war über mehrere Jahrhunderte im Besitz der Familie derer von Ahlimb. Aber es gab in der Gemarkung immer auch einen größeren Anteil von Bauernhöfen.
Der Name von Ahlimb wird im Zusammenhang mit der Geschichte der Uckermark öfter genannt; z. B. die Ehefrau des Baumeisters Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736 – 1800), Eleonore Wilhelmine, war eine Geborene von Ahlimb. Sie kam als Hofdame der Henriette Wilhelmine Luise Fürstin von Anhalt-Dessau, geb. Prinzessin von Brandenburg-Schwedt (1750 – 1811), nach Dessau / Wörlitz. Die von Ahlimb gehörten jedoch nicht zu den großen Adelsfamilien der Mark.
Das Dorf Ringenwalde liegt an der alten Landstrasse von Angermünde nach Templin, in der Mitte zwischen beiden Städten. Es war bis ins 18. Jh. Ausspanne und Herbergsort der durchziehenden Kaufleute. Daraus erwuchsen dem Ort in der Vergangenheit ein gewisse zentrale Rolle und ein wirtschaftlicher Vorteil.
Nach 1800 verlor diese Verkehrader rasch an Bedeutung (heute nur noch Wanderweg). Die reizvolle Landschaft um Ringenwalde wird geprägt durch die Hügelkette des Ringenwalder Endmoränenbogens, durch zahlreiche Seen und wildreiche Wälder. Die Landwirtschaft in der Region brachte es stets nur auf mittlere Erträge.
Beides, die stabilen Besitzverhältnisse und die zeitweilig geringe Wirtschaftskraft des Gutes, stehen zum Bau und dem heutigen Bestand der Migendt-Orgel in Bezug. Das Repräsentationsstreben des Gutsherrn und Kirchenpatrons Mitte des 18. Jh. war ein Grund für den Auftrag an Johann Peter Migendt; fehlendes Geld hat in späterer Zeit größere Eingriffe in das Instrument verhindert. Zumal bis um 1800 die Söhne des Adels fast sämtlich die Militärlaufbahn einschlugen und die Güter meist die wichtigste Basis für ihre oft aufwendige Lebenshaltung bildeten. Verschuldungen waren nicht selten. Einen gewissen Schutz bildete die alte Rechtsform und Erbfestlegung des Majorats. Der Besitz war unteilbar und unverkäuflich; das Erbe ging jeweils an den Ältesten. Wirtschaftsschwache Güter konnten unter Kuratel gestellt und bei ihrer Sanierung beratend begleitet werden.
Die Stiftung des Majorates Ringenwalde erfolgte, nach der Familienchronik der von Ahlimb, im Jahre 1740 durch den Königlich Preußischen Obristen, Bernd Friedrich von Ahlimb. Er war auch Bauherr des 1740/41 durch einen italienischen Architekten erbauten Schlosses zu Ringenwalde sowie des barocken Schlossgartens. Nach seinem Tod ließ sein Bruder Joachim Wilhelm von Ahlimb, Kommandeur des Regiments zu Regenstein, am 2. Januar 1751 in einem Succesionsvertrag das Majorat für sich bestätigen. Er war auch der Auftraggeber für die neue Orgel, die Migendt 1760 vollendete. Als der Majoratsherr 1763 starb, ging das Erbe an seinen noch minderjährigen Sohn Wilhelm Erdmann von Ahlimb (1747 – 1785), ab 1763 Fähnrich im Königlich Preußischen Infanterieregiment unter Generalmajor Johannes Jacob von Wunsch in Prenzlau. Aus dem erhaltenen Inventar von 1763 geht hervor, dass es auf dem Gut Ringenwalde Bücher im Gesamtwert von 30 Reichstaler, Gemälde im Wert von 541 RT und Statuen im Garten im Wert von 350 RT gab. Wilhelm Erdmann von Ahlimb und seine Ehefrau, geb. von Bredow, lebten über ihre Verhältnisse.
Als das Gut nach seinem Tod 1785 an den jüngeren Bruder, Rittmeister Gustav Andreas von Ahlimb (1750 – 1830), ging, war es hoch verschuldet und wurde unter Kuratel gestellt. Der Kurator, Friedrich Wilhelm von Arnim-Boitzenburg (1739 -1801), Wirklicher Geheimer Etats-, Kriegs- und dirigierender Minister und Vizepräsident des Generaldirektoriums, schlug vor, den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Landnutzung auf die nachhaltige Forstwirtschaft zu legen. In den Hofbriefen des Kurators wird außerdem empfohlen, Gehorsam zu üben, keine Meuterei anzufangen, fleißig zur Kirche zu gehen, ein nüchternes Leben zu führen und liederliche Zusammenkünfte zu meiden.
Nach dem Beispiel des Forst-Mustergutes Harbke und der Anlage des Grafen von Schmettau in Garzau bei Berlin wurde südlich vom Gutshof der Landschaftsraum großräumig gestaltet. Das Zentrum bildete der noch in barocken Formen angelegte Forstgarten mit dem Wegestern. Aus Anlass der Hochzeit der Tochter, Luise Caroline Wilhelmine, im Jahre 1827 mit dem Königlichen Kammerherren Emil Hermann Edmund von Saldern (1801 – 1854) aus dem Hause Plattenburg, in Carolinen-Lust benannt. Das Besondere an dieser Gestaltung von Wirtschaftsflächen ist der harmonische Übergang von spätbarocken Formen zum freien Landschaftsstil sowie das Einbeziehen des gesamten Landschaftsraumes.
Der Sohn des Kurators, Friedrich Abraham Wilhelm von Arnim-Boitzenberg (1767 – 1812; Schwager des Karl Freiherr vom und zum Stein), hatte als Erster das Amt des Chefpräsidenten des Forstdepartments in Preußen inne. Er förderte auch die regionale Forstwirtschaft.
Im Jahre 1830 wurde das Erbrecht zugunsten der Tochter geändert. Sie und ihr Ehemann waren die Auftraggeber für Peter Joseph Lenne´(1789 – 1866), der den Park schuf und die Parklandschaft weiterentwickelte.
Zwar gab es in späteren Zeiten Überformungen und Verluste, aber der erhaltene Bestand ist noch in Zusammenhängen erkenn- und erlebbar. Er bildet einen kulturhistorischen Rahmen und eine wichtige Ergänzung für die Migendt-Orgel in der Kirche, als Mittelpunkt eines Ensembles.